Volksbühne: Was der Bademeister Matthias Lilienthal von Donald Trump lernen könnte

Pool entwickelt sich zum anderen Wort für Problem. Oder auch für Posse. Der amerikanische Präsident Donald Trump hatte mit bekannt großer Klappe angekündigt, den reflecting pool vor dem Lincoln Memorial in Washington bis zum amerikanischen Unabhängigkeitstag endlich zu reparieren, und ist grandios gescheitert. Auch wenn Trump natürlich jede Verantwortung dafür von sich weist.
Tatsache ist, Trump hat 16,4 Millionen Dollar für die Renovierung ausgegeben, und nun blühen Grünalgen in dem Becken und der Kunststoff blättert ab. Haha! Der amerikanische Präsident, der keine Fehler zugeben kann, ob es nun Iran, Putin oder einen Pool betrifft, beschuldigt „Vandalen“, die Dünger ins Wasser geschüttet hätten und mit Messern dem Kunststoff zu Leibe gerückt seien. Was das alles mit Berlin zu tun hat?
Nun, auch die deutsche Hauptstadt hat Pool-Probleme. Am kommenden Wochenende sollen es in Berlin um die 40 Grad werden, aber das Columbiabad in Neukölln kann nicht öffnen, weil irgendwas kaputt ist. War im vergangenen Jahr auch schon so. Kann man die Reparaturen nicht ausführen, bevor der Sommer kommt? Am Dienstagmorgen war auch das Prinzenbad in Kreuzberg zu. Ein Brand, hieß es. Mal sehen, wie es weitergeht. Und im Wannsee blühen die Algen schon seit Tagen.
Es ist kein verkehrter Gedanke von Matthias Lilienthal, dem neuen Intendanten der Volksbühne, seine erste Spielzeit damit zu starten, dass er einen Swimmingpool vor seinem Theater errichtet. Lilienthal ist offenbar selbst Schwimmer, die Autorin hat ihn jedenfalls schon in einem Berliner Freibad gesichtet.
Hat Matthias Lilienthal den Mund zu voll genommen?Das Becken, das dieser Schwimmer, der zugleich ein Theatermann ist, vor dem Gebäude am Rosa-Luxemburg-Platz von August bis Oktober errichten will, soll 25 Meter lang sein und keinen Eintritt kosten. Damit stellt Lilienthal einerseits seinen weiten Kunstbegriff unter Beweis, was ja nicht unsympathisch ist. Andererseits ist dies auch sein Protest gegen den Verfall der Infrastruktur, den man in Berlin etwa bei Bahnen, Schulen, Universitäten und eben auch Schwimmbädern erlebt. „Uns freut es sehr, dass wir den Freibadmangel für zwei Monate ein klein bisschen relativieren“, sagte Lilienthal.
Wenn Lilienthal den Mund da nicht zu voll genommen hat. Flaches Wasser, sonnenbeschienen … Grünalge, ick hör dir trapsen. Und Lilienthal wäre dann etwas, das er sich nie hätte träumen lassen: der deutsche Trump.
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