KURZMELDUNGEN - Kultur: Die österreichische Künstlerin Valie Export ist tot – sie war eine Pionierin des feministischen Aktionismus

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(dpa) Die österreichische Aktionskünstlerin Valie Export ist tot. Die für ihre feministischen und provokativen Projekte bekannte Künstlerin starb am Donnerstag in Wien im Alter von 85 Jahren, wie die Valie Export Stiftung mitteilte.
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Valie Export kam 1940 in Linz zur Welt. Ihr Werk neben Performance auch Film, Fotografie und Medienkunst. Für ihre Aktion «Genitalpanik» spazierte sie 1969 mit einer aufgeschnittenen Hose in München während eines Filmfestivals in einen Kinosaal und präsentierte ihr Schamhaar.
Ihr Motto lautete stets: «Kunst muss aggressiv sein.» Bereits 1968 löste sie grosse Aufregung aus, als sie sich ihr «Tapp und Tastkino» vor die nackte Brust schnürte. 33 Sekunden lang konnten Passanten in der Wiener Innenstadt durch einen kleinen Vorhang in den Kasten greifen und ihren entblössten Oberkörper ertasten.
Im Mittelpunkt ihres Werkes stehe die kritische Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Wahrnehmung und Normierung des weiblichen Körpers, hiess es von der Stiftung. «Dabei nimmt sie unerschrocken und kompromisslos intime, tabuisierte oder gesellschaftlich verdrängte Inhalte in den Blick», hiess es.
Beatles bekommen eigenes Museum in London
(dpa) Die Beatles bekommen ihr eigenes Museum in London. Die neue Attraktion für Fans der legendären Band soll 2027 an einem Ort mit viel Geschichte eröffnen: in der Savile Row Nr. 3. Auf dem Dach des Gebäudes spielte die Gruppe am 30. Januar 1969 ihr letztes öffentliches Konzert. Damals befand sich dort der Hauptsitz des Beatles-Labels Apple Corps, im Keller lag zudem das Studio, in dem das Album «Let It Be» aufgenommen wurde.Apple Corps hat das Gebäude im Zentrum Londons zurückgekauft und plant auf mehreren Etagen ein Erlebnis für Fans von John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr mit bisher unveröffentlichtem Archivmaterial und wechselnden Ausstellungen. Das Gebäude soll damit erstmals öffentlich zugänglich werden.Geplant ist zudem ein detailgetreuer Nachbau des ursprünglichen «Let It Be»-Studios. Besucher sollen auch das berühmte Rooftop-Konzert an genau dem Ort erleben können, an dem es stattfand. Apple-Corps-Chef Tom Greene kündigte an, dass sogar das Originalgeländer von 1969 auf dem Dach wiederhergestellt werden soll.
«Es war wirklich ein besonderes Gefühl, kürzlich in die Savile Row 3 zurückzukehren und sich dort umzusehen», sagte Paul McCartney in einer Mitteilung auf der Beatles-Website. «In diesen Wänden stecken so viele besondere Erinnerungen – ganz zu schweigen vom Dach.» Ringo Starr fügte hinzu: «Wow, es ist, als würde man nach Hause kommen.»
Kunstbiennale Venedig beginnt mit Besucherandrang
(dpa) Nach Tagen voller Kontroversen und Proteste um die Teilnahme Russlands und Israels ist die 61. Kunstbiennale in Venedig ohne Zeremoniell gestartet. Anders als üblich öffnete eine der wichtigsten internationalen Kunstveranstaltungen um 11 Uhr ihre Tore für ein breites Publikum ohne Eröffnungsfeier. Da die Jury im Streit zurückgetreten ist, wird es Preise erst zum Abschluss im November geben. Das Publikum wird diese vergeben.
Der öffentliche Andrang war trotz – oder wegen – der Auseinandersetzungen gross. Etwa 10 000 Menschen hätten die Biennale am Eröffnungstag besucht, bilanzierten die Veranstalter, die sich zufrieden äusserten. Das seien 10 Prozent mehr als beim Eröffnungstag der letzten Kunstbiennale vor zwei Jahren.
Der Schweizer Galerist Bruno Bischofberger ist gestorben
Luc Castel / Getty Images Europe
biv. Laut einem Beitrag der Galerie Bruno Bischofberger auf Instagram ist der Schweizer Galerist mit 86 Jahren gestorben. Bischofberger prägte den internationalen Kunstmarkt über Jahrzehnte hinweg und arbeitete eng mit Künstlern wie Andy Warhol und Jean-Michel Basquiat zusammen. Seine Galerie in Zürich machte internationale Gegenwartskunst in Europa früh bekannt. Zum Nachruf / Zur Bilderstrecke
Bonnie Tyler wurde notoperiert und befindet sich im Koma
IMAGO/Sven Beyrich/SPP / www.imago-images.de
(dpa) Die britische Sängerin Bonnie Tyler ist nach einer Notoperation in Portugal in ein künstliches Koma versetzt worden. Eine auf ihrer Website veröffentlichte Erklärung bestätigte dies nun, nachdem schon in mehreren Medien darüber berichtet worden war.
Das künstliche Koma soll «ihre Genesung unterstützen», heisst es in der Mitteilung vom Freitag. Laut einer früheren Mitteilung war die 74-Jährige in einem Spital in Faro am Darm operiert worden. Die Operation sei gut verlaufen und sie erhole sich. Aber inzwischen habe sich ihr Zustand durch eine Infektion verschlechtert, berichteten die portugiesischen Zeitungen «Público» und «Correio da Manhã» zuletzt.
Bonnie Tyler («Total Eclipse of the Heart») wäre ab dem 22. Mai auf Konzerttour: Nach einem Auftritt auf der Insel Malta soll sie ein Open Air im niedersächsischen Wiesmoor spielen. Ausserdem sind im Juli und August weitere Konzerte in Deutschland geplant. «Alle Planungen bleiben darum vorerst unverändert, bis wir verlässliche Informationen aus erster Hand erhalten», teilte die für die deutschen Konzerte zuständige PR-Agentur der Nachrichtenagentur DPA auf Nachfrage mit.
Demonstranten protestieren gegen Israel kurz vor Eröffnung der Biennale in Venedig
(dpa) Kurz vor Eröffnung der 61. Kunstbiennale in Venedig haben rund 2000 Personen gegen die Teilnahme Israels protestiert. Das bestätigte die lokale Polizei der Deutschen Presse-Agentur. Es kam zu einem Zusammenstoss mit der Polizei. Auf einem Video auf der Website der Zeitung «Corriere della sera» ist zu sehen, wie Beamte Demonstranten mit Schildern und Schlagstöcken zurückhalten. Die Demonstranten schwenken Palästinenserfahnen.
Christian Ulmen scheitert mit seiner Klage gegen den «Spiegel»
ela. Das Landgericht Hamburg hat die «Spiegel»-Berichterstattung über Vorwürfe von Collien Fernandes gegen ihren früheren Ehemann Christian Ulmen in den wesentlichen Punkten für rechtmässig erklärt. Wie der «Spiegel» am Freitag (8. 5.) in eigener Sache berichtet, sah die Pressekammer in den angegriffenen Passagen eine zulässige Verdachtsberichterstattung: Das gelte sowohl für den Verdacht digitaler Gewalt – darunter das Verbreiten von Deepfake-Videos beziehungsweise täuschend echt wirkenden sexuellen Inhalten – als auch für den Verdacht körperlicher Übergriffe. Ulmen war mit seinem Antrag auf eine einstweilige Verfügung damit weitgehend erfolglos. Nur in einem Nebenpunkt zu einem Gerichtstermin in Spanien muss der «Spiegel» eine Passage anpassen; gegen diesen Teil der Entscheidung will das Magazin Widerspruch einlegen. Ulmen kann seinerseits Rechtsmittel einlegen.
CNN-Gründer Ted Turner im Alter von 87 Jahren gestorben
Tom Hill / WireImage / Getty
cov. Ted Turner war unter verschiedenen Namen bekannt: Als «Mouth of the South», «Captain Outrageous» (Kapitän Unverschämt) oder «Terrible Ted». Nun ist er im Alter von 87 Jahren gestorben. Das teilte der von ihm gegründete Sender CNN am Mittwoch (6. 5.) unter Berufung auf eine Mitteilung von Turner Enterprises mit. Ted Turner war eine der einflussreichsten Persönlichkeiten in der amerikanischen Medien- und Unterhaltungsbranche.
Zu diesem Status verhalf ihm eine revolutionäre Erfindung: Als erster Nachrichtensender der Welt ging CNN am 1. Juni 1980 auf Sendung. Daraus wurde ein riesiger Konzern, der sich auf Nachrichten, Sport und Filme konzentrierte. Später kamen auch Filmstudios zu Turners Portfolio hinzu.
Forbes schätzt Turners Vermögen auf 2,8 Milliarden Dollar. Er zählte zu den weltweit führenden Umweltschützern, zu den grössten Grundbesitzern der USA und zu den bedeutenden Philanthropen. Der Uno spendete er 1 Milliarde Dollar. Im September 2018 machte er öffentlich, an einer degenerativen Nervenerkrankung zu leiden, der Lewy-Körper-Demenz.
Zu seinen Interessen zählte auch der Sport. Turner war Besitzer des Baseballteams Atlanta Braves und der NBA-Franchise Atlanta Hawks. Am America's Cup steuerte er seine Jacht «Courageous». Er gründete die Goodwill Games, einen olympiaähnlichen Wettkampf. Für noch mehr TV-Inhalte kaufte er eine Wrestling-Organisation.
Zu den vielen Frauen in seinem Leben gehörte die Oscar-Preisträgerin Jane Fonda. «Wenn ich nur ein bisschen Demut hätte, wäre ich perfekt», sagte Turner einmal.
David Grossman wird für seine Romane und Essays mit dem Thomas-Mann-Preis geehrt
Salvatore Laporta / LightRocket / Getty
(dpa) Der Thomas-Mann-Preis 2026 geht an den israelischen Schriftsteller David Grossman. Der von der norddeutschen Stadt Lübeck und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste gestiftete und mit 25 000 Euro dotierte Preis soll am 25. September im Theater Lübeck übergeben werden.
Der 72-jährige Literat erhalte den Preis «für sein erzählerisches und essayistisches Werk, das in Zeiten politischer Weltunordnung Räume für Verständigung und Versöhnung öffnet», hiess es in einer Mitteilung. Zu seinen wichtigsten Romanen zählen «Eine Frau flieht vor einer Nachricht» aus dem Jahr 2009, «Kommt ein Pferd in die Bar» (2016) und «Was Nina wusste» (2020).
In seinen Essays setze sich David Grossman immer wieder mit grosser Entschlossenheit für eine politische Aussöhnung im Nahen Osten ein, hiess es weiter. Zuletzt veröffentlichte er 2024 dazu den Band «Frieden ist die einzige Option». Der Thomas-Mann-Preis wird seit 2010 im jährlichen Wechsel in Lübeck und München verliehen. Frühere Preisträger waren etwa Juli Zeh, Jenny Erpenbeck, Jonathan Franzen und Navid Kermani.
Broadway: Nominierte für die Tony Awards stehen fest
hha. Der «Harry Potter»-Star Daniel Radcliffe ist erneut für einen Tony Awards nominiert – diesmal als bester Schauspieler für «Every Brilliant Thing». Bereits 2024 gewann er den Preis für «Merrily We Roll Along».
Zu den weiteren Nominierten zählen unter anderem Rose Byrne, John Lithgow und Lesley Manville. Die meisten Nominierungen erhielten «The Lost Boys» und «Schmigadoon!» mit je zwölf Chancen. Die Tony Awards gelten als wichtigster Preis für Musicals und Theaterstücke in den USA. Die Preisverleihung findet am 7. Juni statt.
50 000 Euro für den deutschen Schriftsteller Uwe Timm
(dpa) Der deutsche Schriftsteller Uwe Timm erhält den mit 50 000 Euro dotierten Goethe-Preis der Stadt Frankfurt. Mit ihm zeichne die Stadt im Andenken an Johann Wolfgang von Goethe einen der grossen literarischen Chronisten der Bundesrepublik Deutschland aus, erklärt Oberbürgermeister Mike Josef. Die Auszeichnung wird am 28. August in der Paulskirche verliehen.
Die Jury erklärte, Timm werde für sein reiches und vielfältiges Werk ausgezeichnet. Dieses sei von tiefster Humanität geprägt und lote weltumspannend die Möglichkeiten der Literatur aus. Es reiche «vom beseelten Kinderbuch bis zur fiktionalen wie essayistischen Auseinandersetzung mit den Höhen und Tiefen der deutschen Geschichte». Der 86 Jahre alte Schriftsteller lebt in München.
Trump-Recherchen dominieren Pulitzer-Preise
(dpa) Die Pulitzer-Preise gehen in diesem Jahr an gleich mehrere Arbeiten zu den Auswirkungen der Politik des US-Präsidenten Donald Trump. «Wenig überraschend konzentrierte sich ein Grossteil der Berichterstattung auf die umstrittensten Themen des Jahres 2025», sagte Marjorie Miller bei der Verkündung der Sieger am Montag (4. 5.) und nannte unter anderem Einwanderungspolitik, drastische Kürzungen der US-Entwicklungshilfe sowie die Akten zu Jeffrey Epstein und den Netzwerken um den Sexualstraftäter als Beispiele für Einreichungen.
Die «Washington Post» wurde etwa für ihre Recherche über die Auswirkungen der Umstrukturierung von Bundesbehörden durch die Trump-Administration ausgezeichnet. Der «New York Times» wurde der Preis für Recherchen verliehen, die aufgedeckt hätten, wie Trump Macht zum finanziellen Vorteil seiner Familie ausspiele. Mitarbeiter der «Chicago Tribune» erhielten den Preis für Berichterstattung über das Vorgehen der US-Einwanderungsbehörde ICE in der Stadt.
Preise gab es auch für Berichte über die Auswirkungen künstlicher Intelligenz, die verheerende Flut im US-Gliedstaat Texas sowie die Zerstörung in Gaza. Einen Sonderpreis erhielt die Journalistin Julie K. Brown vom «Miami Herald» für ihre Recherchen in den Jahren 2017 und 2018 rund um den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein und den Missbrauch junger Frauen.
Pulitzer-Verwalterin Marjorie Miller stellte die Auszeichnung ausdrücklich als Bekenntnis zu Pressefreiheit in Zeiten wachsenden Drucks auf Medien dar. Man stehe für Diskurs und gegen Zensur. «Leider muss dies erneut betont werden, da der Medienzugang zum Weissen Haus und zum Pentagon eingeschränkt ist, die Meinungsfreiheit auf den Strassen infrage gestellt wird und der Präsident Klagen auf Schadenersatz in Milliardenhöhe wegen Verleumdung und böswilliger Absicht gegen zahlreiche Medien eingereicht hat.»
Die Pulitzer-Preise gelten als wichtigste Journalismus-Auszeichnung der Welt. Sie werden aber auch für Literatur sowie für Musik und Theater vergeben.
Blake Lively und Justin Baldoni legen Gerichtsstreit bei
(dpa) US-Schauspielerin Blake Lively (38) und ihr Kollege Justin Baldoni (42) haben ihren Rechtsstreit um den gemeinsamen Film «Nur noch ein einziges Mal» überraschend beigelegt. Am 18. Mai sollte der Prozess in New York beginnen, doch nun einigten sich beide Seiten aussergerichtlich, wie US-Medien berichteten. Einzelheiten dazu wurden zunächst nicht bekannt.
In einer gemeinsamen Erklärung der Anwälte beider Parteien hiess es, dass alle an der Produktion Beteiligten «stolz» auf den Film seien. Sie würden hinter dem Ziel des Films stehen, das Bewusstsein zu schärfen und einen Beitrag für Überlebende häuslicher Gewalt zu leisten. Die Entstehung des Films habe «Herausforderungen» mit sich gebracht und die von Lively geäusserten Bedenken hätten es verdient, gehört zu werden.
An Arbeitsplätzen sollte es kein Fehlverhalten geben, führten die Verfasser der Mitteilung weiter aus. Es sei jetzt ihre «aufrichtige Hoffnung», dass alle Beteiligten «konstruktiv und in Frieden» vorwärtsgehen können.
Lively («Gossip Girl»), die mit Hollywood-Star Ryan Reynolds verheiratet ist, hatte ihren Co-Star Baldoni im Dezember 2024 wegen sexueller Belästigung beim Dreh von «Nur noch ein einziges Mal» angezeigt und ihm sowie dem Produzenten Jamey Heath in einer Klage vorgeworfen, ihren Ruf zerstören zu wollen. Baldoni («Jane the Virgin»), der bei dem Film auch Regie führte, hatte seinerseits mit einer Klage unter anderem gegen Lively und Reynolds wegen Verleumdung reagiert. Diese Klage war im vorigen November von einem Richter abgeschlagen worden.
Für Sängerin Britney Spears endete eine Autofahrt Anfang März mit einer vorübergehenden Festnahme
(dpa) Gegen die amerikanische Popsängerin Britney Spears ist nach einer vorübergehenden Festnahme wegen Fahrens unter Einfluss von Alkohol und Drogen vor knapp zwei Monaten Anklage erhoben worden. Das hat die Staatsanwaltschaft im Ventura County am Donnerstag (Ortszeit) bekanntgegeben. Am Montag soll die Anklage vor Gericht formell verlesen werden. Einzelheiten über Menge oder Art der Rauschmittel wurden nicht bekannt. Spears muss bei dem Termin nicht persönlich erscheinen. Bei einem weniger schwerwiegenden Straftatbestand reicht ein Anwalt aus.
Die 44-Jährige war Anfang März im amerikanischen Gliedstaat Kalifornien von der Autobahnpolizei gestoppt und vorübergehend festgenommen worden. Eine Sprecherin der Musikerin hatte im März mitgeteilt, der Vorfall sei «bedauerlich» und «komplett unentschuldbar».
«Britney wird die richtigen Schritte unternehmen, sich an die Gesetze halten und dann kann dies hoffentlich der erste Schritt hin zu einer schon lange überfälligen Veränderung sein, die in Britneys Leben erfolgen muss. Hoffentlich kann sie die Hilfe und die Unterstützung bekommen, die sie in dieser schwierigen Zeit braucht.» Wenig später hatte sich die Sängerin laut ihrem Management freiwillig in eine Behandlungseinrichtung begeben.
Pionier der Konzeptkunst: Timm Ulrichs ist tot
© 2018, ProLitteris, Zurich
(dpa) Er galt als eine der bedeutendsten Figuren der zeitgenössischen Kunst: Der deutsche Konzeptkünstler Timm Ulrichs ist tot. Er starb am Mittwoch im Alter von 86 Jahren, wie der Kunstverein Hannover am Donnerstag (30. 4.) unter Berufung auf seine Witwe bestätigte.
Mehr als ein halbes Jahrhundert lang habe er die Kunst mit provokanten Arbeiten voller Entschlossenheit geprägt, würdigte der Kunstverein. Er sei streitbar, scharfsinnig, hintergründig humorvoll und rigoros gewesen. «Timm Ulrichs war einer der wenigen Pioniere, der äusserst konsequent an die Kraft der Kunst glaubte, mit ihr rang und sie händisch zu den Menschen brachte.» Er habe eine ganze Generation geprägt.
Der emeritierte Professor der Kunstakademie Münster, der in Hannover und Berlin lebte, galt als ein Pionier der Konzeptkunst. Der gebürtige Berliner, der im Oldenburger Land aufwuchs, blickte mit Humor und spöttischer Distanz auf die Welt und auch auf den Kunstbetrieb.
Einst erklärte er sein Leben zur Kunst. Auf sein rechtes Augenlid liess Ulrichs Anfang der 1960er Jahre die Worte «The End» tätowieren – als Abspann für seinen Tod und gleichzeitig letzten Film. Er liess seinen eigenen Grabstein meisseln und rannte nackt als «menschlicher Blitzableiter» mit einer fünf Meter langen Metallstange auf einem Feld herum. Aus Betonabgüssen seines eigenen Schädels schuf er ein «Kopfsteinpflaster».
Verschollene ESC-Shows: EBU sucht nach Aufnahmen von 1956 und 1964
(dpa)/wek. Die Europäische Rundfunkunion (EBU) sucht nach verschollenen Aufnahmen von zwei der frühesten Ausgaben des Eurovision Song Contests (ESC). Ihr fehlen die vollen Aufzeichnungen der Erstausgabe von 1956 in Lugano sowie vom Wettbewerb von 1964 in Kopenhagen. Sie hat deshalb eine weltweite Suche nach den Aufnahmen gestartet. «Die Jagd hat begonnen – wo auch immer auf der Welt sie sich verstecken mögen», teilte die EBU am Montag (27. 4.) mit.
In den Anfangsjahren sei die Fernsehtechnik noch so weit fortgeschritten gewesen und Aufnahmen seien oft nicht archiviert worden. Das Ergebnis: Die beiden Wettbewerbe sind bis heute nicht vollständig erhalten. Im Archiv der SRG gibt es von der Ausgabe 1956 nur eine Aufnahme der Schweizer Gewinnerin Lys Assia. Der finnische Sender Yle fand in seinem Archiv eine Aufnahme der italienischen Gewinnerin Gigliola Cinquetti von 1964.
Die EBU hofft nun, dass sich allenfalls Aufnahmen in privaten Sammlungen befinden, in selten inspizierten Archiven von Sendern, auf alten Filmrollen, oder womöglich bei einem privaten Fan oder dessen Nachkommen auf dem Dachboden, wo sie in Vergessenheit geraten sein könnten.
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