Viele Frauen kennen ihre Herz-Risikofaktoren nicht
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Die kardiovaskulären Risikofaktoren können sich je nach Geschlecht unterschieden. Einige davon seien Frauen jedoch viel zu wenig bekannt, warnt eine Kardiologin.
Frauen sollten laut Ärztinnen und Ärzten des Deutschen Herzzentrums der Charité (DHZC) viel besser über die speziellen Risiken für Herzkreislauferkrankungen aufgeklärt werden. Als Risikofaktoren seien vielen Menschen meist nur
- Rauchen,
- hohe Cholesterinwerte
- oder Diabetes
bekannt, sagte Kardiologin Julia Lueg von der DHZC-Klinik für Kardiologie, Angiologie und Intensivmedizin am Charité Campus Mitte bei einem Pressegespräch anlässlich des Tags der Frauengesundheit am 28. Mai. Allerdings: „Bei Frauen gibt es einfach noch viele andere Risikofaktoren.“ Die wenigsten wüssten das.
das kardiovaskuläre Risiko um 20 bis 30 Prozent.
- die Pille nähmen
- und vielleicht auch noch rauchten,
steige das Risiko, einen Herzinfarkt zu bekommen um das Zehnfache.
- eine überstandene Krebserkrankung,
- die Menopause
- oder Komplikationen in der Schwangerschaft
führten zu einem langfristig erhöhten Risiko für eine Herzkreislauferkrankung. Als Beispiel nannte Lueg Schwangerschaftsbluthochdruck.
Wenn Ärztinnen und Ärzte, aber auch Frauen selbst, diese Punkte nicht im Hinterkopf hätten, würden Erkrankungen zum Teil zu spät erkannt, mahnte Lueg. Es brauche gute Vorsorgekampagnen, vor allem aber müssten die Patientinnen ins Boot geholt und langfristig untersucht werden.
„Dieser Moment, in dem Frauen in einer Schwangerschaft ans Gesundheitssystem andocken, den müssen wir nutzen“, sagte Lueg. Denn zum Frauenarzt müsse jede Frau, wenn sie schwanger werde.
Das sei der Moment, um die Frauen ausführlich zu untersuchen und über Risiken aufzuklären. Für eine langfristige und interdisziplinäre Versorgung fehlt laut DHZC leider vielerorts noch die Infrastruktur.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind sowohl bei Männern als auch bei Frauen in Deutschland die häufigste Todesursache. Nach aktuellen Angaben des Statistischen Bundesamtes sterben jährlich mehr als 178.000 Frauen daran.
„Herzerkrankungen und ihre Komplikationen wie der Herzinfarkt können in der Symptomatik und in ihrer Entstehung je nach Geschlecht verschieden sein“, erklärt Thomas Voigtländer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. „Auf diese Besonderheiten müssen wir Frauen aufmerksam machen und für gezielte Vorsorge-Maßnahmen sensibilisieren“, betont er.
Da die Symptomatik bei Frauen nicht immer klar ist, werden ihre Beschwerden oftmals fehlgedeutet. Das führt dazu, dass Frauen häufig deutlich später in die Klinik eingeliefert werden als Männer. Frauen sollten deshalb besonders achtsam bei bestimmten Symptomen sein.
Als wichtigste Warnzeichen für einen Herzinfarkt bei Frauen nennt die Herzstiftung folgende:
- Schmerzen im Brustkorb
- Schmerzen im Oberbauch und
- Schmerzen im Rücken (zwischen den Schulterblättern)
Weiter empfiehlt die Herzstiftung Frauen, auf fünf Punkte zu achten:
Falls schon kleine Belastungen zu Atemnot führen und Sie früh erschöpft sind: Sprechen Sie mit Ihrem Arzt und bitten Sie ihn um eine Untersuchung.
Erkundigen Sie sich nach den Normalwerten für Blutdruck, Blutzucker, Körpergewicht und Blutfette. Reduzieren Sie zudem die Risikofaktoren, die Sie beeinflussen können. Dazu zählt die Herzstiftung etwa folgende:
- Aufs Rauchen verzichten: Rauchen schadet erwiesenermaßen dem Herzen, den Gefäßen und anderen Organsystemen. Verzichten Sie deshalb auf Tabakerzeugnisse aller Art.
- Auf den Blutdruck achten: Hoher Bluthochdruck erhöht die Gefahr, eine KHK zu entwickeln. Das Gefährliche daran: Anfangs verursacht hoher Blutdruck keine Beschwerden.
- Cholesterin im Blick behalten: Auch Cholesterin ist ein bekannter Risikofaktor für eine KHK. Neben dem guten (HDL)-Cholesterin gibt es das schädliche Cholesterin (LDL-Cholesterin).
- Diabetes mellitus vorbeugen: Die Zuckerkrankheit ist eines der wichtigsten Risikofaktoren für die Arteriosklerose und die koronare Herzkrankheit.
- Bewegungsmangel entgegenwirken: Bewegungsmangel führt zu Übergewicht und damit zu Bluthochdruck, Diabetes und erhöhtem Cholesterin.
- Übergewicht vermeiden: Übergewicht zählt zu den gefährlichsten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Sprechen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auch auf den Body Mass Index an.
Sie wollen wissen, wie hoch Ihr Risiko für einen Herzinfarkt ist? Hier können Sie einen Test machen und dieses einschätzen lassen.
Pflegen Sie insgesamt einen Lebensstil mit viel Bewegung und gesunder Ernährung.
Nehmen Sie Herzmedikamente regelmäßig. Wenn Sie Nebenwirkungen vermuten, ändern Sie Arznei oder Dosierung nicht selbst. Wenden Sie sich an Ihren Arzt.
Lehnen Sie Untersuchungen und Eingriffe nicht vorschnell ab. Nehmen Sie eine Person Ihres Vertrauens mit zu wichtigen Arztgesprächen.
FOCUS

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