Brenda (57) kämpft gegen das Broken-Heart-Syndrom – weltweit erste Studie macht ihr Hoffnung
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Der Tod der eigenen Mutter brach Brenda Young fast das Herz. Ein stechender Schmerz in der Brust veränderte alles. Jetzt startet die weltweit erste Studie zur Rettung von Betroffenen des Broken-Heart-Syndroms.
Brenda Young (57) lebt zusammen mit ihrem Mann Bryan (56), ihren zwei Kindern und zwei Hunden ein aktives, erfülltes Leben in St. Fergus, Schottland, als der Schock sie mit voller Wucht trifft. Im November 2025 stirbt ihre Mutter an einer schweren Erkrankung. Kurz darauf bricht die 57-Jährige zusammen. Sie spürt einen überwältigenden, stechenden Schmerz in der Brust.
„Ich erinnere mich nur daran, dass ich dachte: Das kann doch nicht wahr sein – nicht heute. Ich wusste, dass etwas ganz und gar nicht stimmte. Meine ganze Familie stand um das Bett meiner Mutter herum, und ich dachte: ‚Wie soll ich ihnen sagen, dass ich Brustschmerzen habe? Nicht jetzt!", berichtet sie der University of Aberdeen.
Ärzte behandeln sie in der Klinik sofort wie eine klassische Herzinfarkt-Patientin. Doch die eigentliche Diagnose lautet anders: die Herzmuskelerkrankung Takotsubo-Kardiomyopathie, auch bekannt als das Broken-Heart-Syndrom. Trauer hat ihr Herz physisch verletzt.
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Bisher gibt es für dieses Krankheitsbild keine gesicherte Therapie. Die Qualität der medizinischen Nachsorge schwankt deshalb erheblich. Doch eine neue klinische Studie will das jetzt ändern. Forscher der schottischen „University of Aberdeen“ starten die weltweit erste, großangelegte Langzeitstudie zur medikamentösen Versorgung. Das Projekt ist auf sieben Jahre angelegt und soll rund 1000 Patienten dauerhaft begleiten. Eine der Patientinnen ist Brenda Young.
Im Fokus der Mediziner stehen sogenannte RAS-Inhibitoren. Das sind gängige Blutdrucksenker, die Ärzte normalerweise nach einem normalen Herzinfarkt verordnen. Sie wollen prüfen, ob diese Medikamente das Sterberisiko der Patienten senken können. Die Tabletten sollen Herzinfarkte, Schlaganfälle und erneute gefährliche Attacken verhindern.
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Die Relevanz der Studie ist enorm, denn die Zahlen sind alarmierend. Professor Dana Dawson, die seit über 15 Jahren zu dem Syndrom forscht: „Das Takotsubo-Syndrom betrifft Jahr für Jahr Tausende von Menschen im Vereinigten Königreich – die meisten davon sind Frauen. Die Zahlen sind erschreckend: Jeder Zehnte stirbt letztendlich an dieser Erkrankung."
Die Zahl der Diagnosen ist laut Dawson in den vergangenen zehn Jahren um das Fünffache gestiegen. Auslöser ist fast immer massiver psychischer Stress. Die Symptome gleichen einem Infarkt, doch die Ursache ist völlig anders. Es gibt keinen Gefäßverschluss, stattdessen ist der Herzmuskel extrem geschwächt.
Das Broken-Heart-Syndrom wurde laut AOK das erste Mal im Jahr 1990 von japanischen Ärzten beschrieben. Namensgeber der Takotsubo-Kardiomyopathie ist eine traditionelle Tintenfischfalle aus Japan, ein bauchiger Tonkrug mit engem Hals. Sie habe die Ärzte an das Bild des Herzens bei dieser Krankheit erinnert: eine ballonartige Aufweitung der linken Herzkammer.
Typische Symptome des Broken-Heart-Syndroms sind:
- Plötzlicher, intensiver Brustschmerz
- Engegefühl in der Brust
- Atemnot
- Herzklopfen
- Übelkeit und Erbrechen
- Kalter Schweiß
- Schwindel
Sie ähneln stark den Symptomen eines Herzinfarkts. Dieser wird jedoch von einer Blockade der Herzkranzgefäße verursacht, welche beim Takotsubo-Syndrom freibleiben. Ein MRT kann helfen, das Syndrom von einem Herzinfarkt zu unterscheiden.
FOCUS

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