Forscher fanden heraus, dass Bevölkerung in den Anden dank Kartoffeln eine genetische Superkraft entwickelte
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Jahrelange Ernährung hinterlässt Spuren im Erbgut. Wissenschaftler weisen bei Anden-Bewohnern eine verblüffende Gen-Veränderung nach. Sie verdauen stärkehaltige Nahrung extrem schnell.
Die Evolution des Menschen steht niemals still. Dass sich der Körper auch radikal an regionale Bedingungen anpasst, zeigt eine neue DNA-Studie aus Südamerika. Die indigene Bevölkerung in den Anden in Peru hat demnach eine biologische Besonderheit entwickelt. Die Ursache: Kartoffeln.
Ein internationales Forscherteam unter der Leitung der University of California Los Angeles (UCLA) und der University of Buffalo untersuchte das Erbgut der Anden-Bewohner. Die Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler im Fachmagazin „Nature Communications“. Bei der Analyse der DNA stießen die Experten auf eine bemerkenswerte Mutation. Die untersuchte Population besitzt eine ungewöhnlich hohe Anzahl des sogenannten AMY1-Gens. Dieses Gen steuert die Produktion von Speichel-Amylase.
Hinter diesem Fachbegriff verbirgt sich ein wichtiges Enzym. Es spaltet die Stärke in der Nahrung auf und bereitet sie für die Verdauung vor. Durch die hohe Anzahl der Gene können die Anden-Bewohner die heimische Kartoffel extrem effizient verwerten und in Energie umwandeln. Im Vergleich zu 83 anderen Populationen weltweit besitzen die Menschen aus den Anden laut der Studie zwei bis vier zusätzliche Kopien dieses Gens.
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„Die Höhenlagen der Anden sind bekannt als eine reiche Region für das Verständnis der menschlichen evolutionären Anpassung“, erklärt Abigail Bigham, Co-Autorin der Studie, in einer Pressemitteilung. Bisher untersuchte die Wissenschaft in diesen Höhenlagen vor allem den Sauerstoffmangel im Gewebe. Die neue Forschung hebt nun hervor, dass auch Umweltbelastungen wie die tägliche Ernährung die menschliche Evolution steuern.
Es ist nicht so, dass die Anden-Bewohner plötzlich neue Gen-Kopien dazubekamen, als sie anfingen, Kartoffeln zu essen. Vielmehr wurden Menschen mit weniger Gen-Kopien im Laufe der Zeit aus der Population verdrängt, weil sie möglicherweise weniger Nachkommen zeugten. Wer die höhere Gen-Anzahl besaß, überlebte.
Die Forschungsergebnisse zeigen laut Bigham, dass „unsere Stoffwechselwege kein reines Produkt der altsteinzeitlichen Vergangenheit“ sind. Biologische Anpassung sei auch heute noch aktiv. Der Körper passe sich an die Lebensmittel an, mit denen man sich täglich ernährt.
Die Kartoffel stammt aus den Anden und gilt seit Jahrtausenden als zentrales Grundnahrungsmittel. Kartoffeln sind reich an Vitamin C, B-Vitaminen, Kalium und Ballaststoffen. Sie haben wenig Kalorien, machen durch ihren hohen Gehalt an komplexen Kohlehydraten aber sie lange satt.
Doch Achtung: Kartoffeln können auch giftig sein. In der Knolle steckt das Glykoalkaloid Solanin. Wer davon zu viel aufnimmt, kann Beschwerden wie Übekeit und Erbrechen entwickeln. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt deshalb, Kartoffeln mit Keimen von über einem Zentimeter, grünen Stellen oder Beschädigungen lieber nicht mehr zu essen.
FOCUS

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