Nagelpilz abschleifen: Das gibt es zu beachten
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Nagelpilz abschleifen kann zumindest das betroffene Areal etwas verkleinern. Die Methode ersetzt aber keine antimykotische Therapie.
Schere oder Bimsstein zur Hand und schon ist der Nagelpilz weg: Diese Herangehensweise wäre für viele Betroffene bestimmt traumhaft, doch nur mit Schneiden und Schleifen werden Sie die Pilzinfektion nicht los. Denn das Schleifen allein bekämpft den Pilz nicht – es ist lediglich eine unterstützende Maßnahme innerhalb der medikamentösen Behandlung.
- Und Nagelpilz sollten Sie dringend behandeln, da er zum einen ansteckend ist und sich zum anderen auf den Körper ausbreiten kann. Für gesunde Menschen ist Nagelpilz meist nicht gefährlich, aber lästig, hartnäckig und behandlungsbedürftig. Problematischer kann er für Risikogruppen sein.
- Dennoch können Sie die betroffenen Nagelpartien durch Schleifen reduzieren. Da es sich allerdings um eine ansteckende Infektion handelt, sollten Sie nicht nur bei der Hygiene einige wichtige Punkte beachten. Auch Verletzungen wären äußerst ungünstig bei einer ansteckenden Erkrankung.
- Deshalb sollten Sie eventuell darüber nachdenken, geschultes Fachpersonal Hand anlegen zu lassen – beispielsweise einen Podologen oder eine Podologin. Sie verfügen über die passenden Werkzeuge und das notwendige Know-how, um den Nagel schonend und hygienisch zu bearbeiten.
- Feilen Sie Ihren Nagel mit Nagelpilz selber, achten Sie unbedingt auf saubere und desinfizierte Instrumente und vermeiden Sie Verletzungen. Damit Sie sich nicht immer wieder Nagelpilz holen, sollten Sie Einwegfeilen verwenden und danach entsorgen.
- Mit der Feile entfernen Sie zuerst die oberste Lage des erkrankten Nagels. Nutzen Sie anschließend entsprechenden medizinischen Nagellack gegen Nagelpilz, kann der Wirkstoff leichter eindringen und besser wirken. Schleift eine Fachperson Ihren Nagel ab, erreicht diese auch die Bereiche der Nagelplatte, die sonst nur schwer zu behandeln sind. Das sind beispielsweise kleine, luftgefüllte Kammern im Nagel, in denen sich der Pilz gut geschützt vermehren und sich der herkömmlichen Therapie entziehen kann.
Auch durch das Pfeilen kommen Sie nicht drumherum, den Nagelpilz parallel mit der entsprechenden Medizin zu behandeln. Immerhin hilft das Pfeilen aber dabei, dass die Wirkstoffe leichter dorthin gelangen, wo sie helfen sollen. Welche Therapie für Sie infrage kommt, hängt vom Schweregrad der Infektion ab. Lassen Sie sich hierzu ärztlich beraten.
- Medizinische Nagellacke mit Wirkstoffen wie Amorolfin oder Ciclopirox erhalten Sie derzeit rezeptfrei – sie sind besonders bei leichteren Infektionen geeignet.
- Alternativ gibt es Cremes oder Salben, oft in Kombination mit einem Harnstoffpräparat, um den Nagel aufzuweichen. Diese Mittel enthalten häufig Bifonazol oder Terbinafin als Wirkstoffe.
- Haben Sie mit einem ausgeprägten oder sehr hartnäckigen Nagelpilz zu kämpfen, können Sie sich vom Arzt Tabletten verschreiben lassen. Die wirken dank Terbinafin oder Itraconazol systemisch.
- Da Nagelpilz für Sie, aber auch andere ansteckend ist, sollten Sie neben der Behandlung auch unbedingt auf verstärkte Hygiene achten. Trocknen Sie Ihre Füße – besonders zwischen den Zehen – nach dem Duschen gründlich ab, wobei Sie Füße und Hände nicht mit demselben Handtuch abtrocknen sollten. Tragen Sie atmungsaktive Socken und wechseln Sie diese täglich, desinfizieren Sie außerdem Ihre Schuhe. Barfuß sollten Sie im Falle einer Infektion nicht unterwegs sein.
- Sind Sie unsicher, ob sich wirklich eine Besserung einstellt, haben Sie sogar Schmerzen oder stellen starke Veränderungen am Nagel fest, sollten Sie immer ärztlichen Rat einholen. Auch bei bestehenden Grunderkrankungen wie Diabetes sollten Sie den Weg in die Praxis antreten.
Damit Sie sich nach einer erfolgreichen Behandlung nicht gleich wieder Nagelpilz einfangen, sollten Sie einige einfach Maßnahmen beherzigen:
- Halten Sie Nägel kurz und sauber und nutzen Sie für die Pflege nur eigene Nagelscheren, Feilen und andere Utensilien.
- Achten Sie auf gut sitzende, atmungsaktive Schuhe und gönnen Sie Ihren Füßen regelmäßig frische Luft.
- In öffentlichen Nassbereichen, in denen Pilze sich gerne vermehren, sollten Sie allerdings nicht unbedingt barfuß herumlaufen. Hier sind Badelatschen angebracht.
FOCUS
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