Eltern, aufs Handy schauen ist für Ihr Kind lebensgefährlich
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Viele Eltern unterschätzen beim Freibad- oder Badeseebesuch ihre eigene Verantwortung, warnt Schwimmmeister Ralf Großmann im Gespräch mit FOCUS online.
Das sind Ralf Großmanns wichtigsten Freibad-Regeln für Eltern im Überblick:
- Verantwortung bleibt bei den Eltern: Bademeister behalten das große Ganze im Blick, nicht jedes einzelne Kind.
- Kinder immer beobachten: Wer mit Kindern im Freibad ist, muss sie jederzeit im Auge behalten.
- Handy weg am Wasser: Sobald das Kind ins Becken geht, gilt die volle Aufmerksamkeit ihm.
- Schwimmhilfen nicht überschätzen: Schwimmflügel schützen nicht zuverlässig vor dem Ertrinken.
- Gefahr wird oft nicht bemerkt: Ertrinken verläuft meist lautlos – deshalb ist ständige Aufmerksamkeit entscheidend.
„Viele Eltern kommen ins Freibad und meinen, die Bademeister seien jetzt die ‚Kindergärtner‘. Ich kann mich auf die Wiese legen und die passen schon auf“, sagt er. Tatsächlich gelte aber: „Jeder Elternteil, oder egal, wer mitgeht, der ist für das Kind, für die Gruppe verantwortlich.“ Bademeister hätten das gesamte Geschehen im Blick, könnten aber „nicht jeden einzelnen Fall anschauen“.
Besonders gefährlich werde es, wenn Eltern abgelenkt seien oder sich zu sehr auf Schwimmhilfen verließen. „Eltern, behaltet eure Kinder im Auge! Ich sehe es tagtäglich: Eltern sitzen nur am Handy, und die Kinder mit Schwimmflügeln im tiefen Wasser. Absolutes No-Go“, so Großmann. Sein Appell ist eindeutig: „Handy auf die Seite legen.“ Denn: „Schwimmflügel, Schwimmhilfen sind kein Schutz vor dem Ertrinken.“
Sein wichtigster Hinweis lautet deshalb: „Es sind Tausende im Bad, und ihr wollt ja mit eurem Kind auch wieder heimgehen. Bitte daran denken: Ertrinken ist lautlos. Das Kind schreit nicht herum.“ Denn: Kinder sind in diesen Notsituationen meist damit beschäftigt, Luft zu bekommen und den Kopf über Wasser zu halten. Für laute Hilferufe bleibt da oft keine Kraft mehr. „Und würde es schreien, bei diesem Trubel im Bad, dann hört man es nicht. Also: Augen auf und beobachten“, so Großmann.
Wie wichtig diese Warnung ist, zeigen auch Statistiken: Unfälle sind bei Kindern ab einem Jahr die häufigste Todesursache. Dazu zählt auch das Ertrinken, woran jährlich zwischen 13 und 15 Kinder im Alter bis zu zehn Jahren sterben.
FOCUS

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