Betrug: Jedes zehnte „Native Olivenöl extra” ist gestreckt
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Elf Prozent der Olivenöle sind mit Fremdölen gestreckt. Das hat die Lebensmittelüberwachung Stuttgart herausgefunden. Insgesamt wiesen 43 Prozent der Proben Mängel bei Qualität und Kennzeichnung auf.
Wo „Natives Olivenöl Extra“ draufsteht, ist nicht immer ausschließlich „Natives Olivenöl Extra“ drin. Das zeigt eine Untersuchung des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamts Stuttgart. Unter die Lupe wurden 534 Olivenöle genommen. Davon gehören 473 Öle zur höchsten Güteklasse „nativ extra“.
Die Öle wurden häufig mit raffiniertem oder ranzigem Sonnenblumenöl gestreckt und zusätzlich mit farb- und Aromastoffen versehen, um das Aussehen und den Geschmack von Olivenöl vorzugaukeln. In den Jahren zuvor war das nur bei zwei bis drei Prozent der Proben der Fall. Bei den betroffenen Ölen handelte es sich meist um 5-Liter-Kanistern, die über kleine Einzelhändler, die Gastronomie oder Online-Shops zu handelsüblichen Preisen von „Nativem Olivenöl Extra“ angeboten wurden.
- Bemängelt wurden im Test vor allem Olivenöle in 5-Liter-Kanistern. Kaufen Sie Olivenöl besser in kleineren Flaschen.
- Viele Verbraucher halten ein mildes Öl für besser. Hochwertige Olivenöle schmecken allerdings oft fruchtig, bitter und etwas scharf. Das deutet nicht auf einen Fehler hin, sondern ist häufig ein Zeichen für Qualität.
- Der Preis gibt keinen Hinweis auf die Qualität. Öko-Test hat 30 Olivenöle der Güteklasse „nativ extra” getestet. Nur zwei erhielten die Bestnote „sehr gut”, darunter ein Olivenöl für rund 7 Euro die Flasche von Aldi. Die Testsieger waren:
- Bio Natives Olivenöl extra vom Discounter Aldi Nord / Aldi Süd (Anbieter: Oleificio Salvadori).
- Rapunzel Olivenöl nativ extra aus Italien, fruchtig (Bio-Öl).
Die Lebensmittelüberwachung hat insgesamt bei mehr Proben eine irreführende Kennzeichnung beanstandet. Waren es 2024 noch 10 Prozent der getesteten Produkte, so stieg die Quote 2025 auf 18 Prozent. Fast jedes fünfte Olivenöl wurde somit als „irreführend“ bezeichnet. Eine irreführende Kennzeichnung bezieht sich auf eine mangelhafte Qualität der Proben. Sie entsprechen nicht den Qualitätsanforderungen an ein „Natives Olivenöl Extra“.
Nicht in allen Fällen waren diese Proben mit Fremdölen gestreckt, mitunter handelt es sich dabei auch um Öle minderer Qualität wie etwa „Native Olivenöle“.
Der Großteil aller Beanstandungen durch das CVUA betrifft jedoch Produkte mit Mängeln bei Kennzeichnung und Bewerbung, wie etwa Nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben. Somit wiesen im letzten Jahr 43 Prozent aller getesteten Olivenöle Mängel bei der Kennzeichnung und der Qualität auf. 2024 waren es noch 38 Prozent.
Hochwertiges Olivenöl ist nicht gerade günstig. Durch den Klimawandel und damit einhergehenden extremen Wetterereignissen gab es in den letzten Jahren verstärkt Ernteausfälle und Produktionsrückgänge bei Olivenöl, wodurch der Preis auch für Verbraucherinnen und Verbraucher stieg. Wird das Öl vom Hersteller gestreckt, ist entsprechend weniger Olivenöl im Produkt enthalten und der Profit für den Hersteller wird größer.
FOCUS
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