Iran-Spieler lassen Brief mit deutlicher Botschaft in WM-Kabine zurück
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Der Iran ist bei der WM auf Schützenhilfe angewiesen. In der Kabine in Seattle hinterließ das Team eine Botschaft an die Konkurrenz.
Irans Nationalmannschaft hofft, bei der WM als einer der besten Gruppendritten weiterzukommen. Das liegt aber nicht mehr in der Hand der Iraner. Wohl auch aus Sorge vor einer Neuauflage der „Schande von Gijón“ hinterließen sie im Stadion von Seattle eine Botschaft an die Konkurrenz.
Bereits nach dem zweiten Vorrundenspiel in Los Angeles hatte das „Team Melli“ eine handschriftliche Nachricht hinterlassen, unter anderem, um sich für die Gastfreundschaft zu bedanken.
Der dreimalige Asienmeister listete daneben alle Mannschaften auf, die noch um das Weiterkommen kämpfen, wie etwa Österreich, Algerien oder Usbekistan und Kroatien – und die dem historischen Ziel noch einen Strich durch die Rechnung machen könnten.
Derzeit liegt Iran mit drei Punkten und einer ausgeglichenen Tordifferenz als sechstbester Gruppendritter auf Kurs K.o.-Runde, könnte aber eben noch abrutschen, sollte Schützenhilfe ausbleiben.
„Punkte können auf verschiedenen Wegen gewonnen werden, Respekt nicht“, schrieben die Iraner. Besonders auf dem Duell von Ralf Rangnicks Österreichern gegen Algerien liegt der Fokus.
In Anlehnung an die „Schande von Gijón“, befürchten manche Beobachter diesmal eine „Schande von Kansas City“. Bei der WM 1982 in Spanien hatten Deutschland und Österreich beim Stand von 1:0 für die DFB-Elf ihre Angriffsbemühungen nach und nach eingestellt. Das Ergebnis reichte beiden zum Weiterkommen, Algerien schaute damals in die Röhre.
Österreichs Coach Rangnick versicherte aber im Vorfeld des Gruppen-Finales gegen Algerien, dass sein Team auf Sieg spielen werde. Als die Partie 1982 stattgefunden habe, „war noch kein Spieler der beiden Mannschaften auf der Welt“, betonte der deutsche Trainer. Man werde „die Mannschaft sicher nicht ins Rennen schicken, um unentschieden zu spielen“, sagte Rangnick.
Darauf hofft auch der Iran. Der Einzug ins Sechzehntelfinale würde den Iranern „alles bedeuten“, sagte Ramin Rezaeian, der mit seinem Treffer das 1:1 (1:1) gegen Ägypten sicherte. Die K.o.-Runde hat Iran bei einer WM noch nie erreicht, angesichts der schwierigen Umstände beim Turnier in Nordamerika wäre dieser Erfolg noch höher zu bewerten.
Trainer Amir Ghalenoei platzte deshalb der Kragen. „Sie haben uns schrecklich behandelt. Wir hätten schon viel früher einreisen müssen, aber das haben sie verhindert. Nach dem Spiel müssen wir schnell wieder zurück in unser Hotel in Tijuana, das sind drei Stunden Flug. Die Zeit verlieren wir für die Regeneration. Wir sind das unterdrückteste Team der ganzen WM“, sagte der Coach auf der Pressekonferenz nach dem Ägypten-Spiel.
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