Invasiver Fisch hat im Mittelmeer keine Fressfeinde: „Fälle, in denen Menschen einen Finger oder einen Zeh verloren haben”
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Im Mittelmeer breitet sich ein giftiger Kugelfisch rasant aus. Für Urlauber ist das Risiko bisher gering, für Fischerei und Umwelt ist das Tier aber schon heute ein großes Problem.
Im östlichen Mittelmeer sorgt eine invasive Fischart für Unruhe: der Hasenkopf-Kugelfisch. Wie die Nachrichtenagentur AFP und der Sender France24 berichten, gilt der bissige und hochgiftige Fisch inzwischen als echte Belastung für griechische Fischer. Der Kugelfisch ist aus dem Indischen Ozean über den Suezkanal ins Mittelmeer gelangt und findet dort ideale Bedingungen vor. Laut dem griechischen Roten Kreuz kann sein Kiefer schwere Wunden mit starker Blutung verursachen.
Laut AFP und France24 zerbeißen die Kugelfische mit ihren kräftigen, schnabelartigen Zähnen nicht nur Köder und Haken, sondern auch die Netze und bereits gefangene Fische – ein existenzielles Problem. Außerdem fressen sie die Fische, Krebstiere und Tintenfische, die die Fischer sonst fangen – durchschnittliche belaufen sich die entstandenen Kosten so jährlich auf rund 8.500 Euro pro Boot.
„Es ist ein Allesfresser, der alles frisst, was ihm begegnet. Nichts scheint ihm etwas auszumachen, da es unter anderen Fischen keine natürlichen Fressfeinde hat”, kommentierte ein Fischer die Lage gegenüber AFP. Zypern setzt deshalb bereits auf finanzielle Anreize und vergibt Prämien für jedes gefangene Exemplar. Nimmt die Verbreitung weiter zu, könnten künftig auch Badegäste häufiger mit dem Tier in Berührung kommen.
Neben seinem kräftigen Biss enthält der Hasenkopf-Kugelfisch zudem ein starkes Nervengift, das beim Verzehr lebensbedrohlich sein kann. Im schlimmsten Fall drohen laut den Berichten Herz- und Lungenversagen.
Der britische „Telegraph“ meldete kürzlich, eine Schwimmerin in Griechenland sei von einem Hasenkopf-Kugelfisch gebissen worden. Auch wenn dieser Fall von mehreren Seiten anzweifelt wird, sagte eine Meeresbiologin dem „Telegraph”: „Es gab Fälle, in denen Menschen einen Finger oder einen Zeh verloren haben.” Diese seien aber sehr selten. Der Hasenkopf-Kugelfisch tritt im östlichen Mittelmeer auf, breitet sich inzwischen aber auch weiter in Richtung Italien und Spanien aus.
Das griechische Rote Kreuz hat vier Handlungsempfehlungen herausgegeben, an die sich Menschen halten sollten, wenn jemand vom Hasenkopf-Kugelfisch gebissen wurde:
- Reinigen Sie die Wunde sofort – mit reichlich sauberem, fließendem Wasser und Seife – nicht mit Desinfektionsmittel
- Üben Sie stetig Druck auf die Wunde aus, etwa mit einer Mullkompresse oder einem sauberen Tuch. Halten Sie das betroffene Körperteil hoch
- Suchen Sie ärztliche Hilfe auf
- Sollte sich der Vorfall in einer abgelegenen Gegend ereignen oder eine starke Blutung vorliegen, rufen Sie umgehend den Rettungsdienst (in Griechenland: 166) oder die europäische Notrufnummer (112) an und leisten Sie Erste Hilfe, bis der Notdienst eintrifft
Der Biss des Kugelfisches ist selbst nicht giftig – Lebensgefahr besteht nur beim Verzehr.
FOCUS
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