Glamour made in Germany: Iris Berben setzt in Cannes auf dieses Berliner Modelabel

Cannes bekommt Glamour aus Berlin: Die Schauspielerin Iris Berben hat beim diesjährigen Filmfestival für einen überraschenden Modeauftritt gesorgt. Zum Screening des Films „Karma“ erschien sie in einem skulpturalen, silbernen Off-Shoulder-Kleid des Berliner Labels Haderlump – altdeutsch für „Lumpensammler“. Ein Look, der zwischen Couture, Experiment und nachhaltiger Materialästhetik angesiedelt ist und deutlich machte, wie gut deutsches Design inzwischen auf internationalen roten Teppichen funktionieren kann.
Vogue-Chefin Kerstin Weng macht sich stark für deutsches DesignDer Auftritt entstand nicht zufällig: Kerstin Weng, Chefin der deutschen Vogue, vermittelte den Kontakt. Sie setzt sich seit einiger Zeit dafür ein, gezielt junge Designer aus dem deutschsprachigen Raum sichtbarer zu machen. Ein Konzept, das schon bei der diesjährigen Berlinale wunderbar aufging. Die britische Popikone Charli XCX erschien damals etwa im Berliner Label Lou de Bètoly.
Das Kleid in seiner vollen Pracht: ein Traum in Silber, der architektonische Linien mit fließender Drapierung verbindet.
© Max Montingelli/imago
Iris Berbens Haderlump-Kleid stammt aus der Herbst-Winter-Kollektion 2026 des Berliner Labels und zeigt dessen typische Handschrift: skulpturale Silhouetten, komplexe Drapierungen und experimentelle Materialkombinationen. Das bodenlange Design verbindet Denim mit verschiedenen Leinengemischen, die zu einer architektonischen Form verarbeitet wurden. Goldene Metallic-Fäden und silberne Akzente erzeugen einen schimmernden Effekt, der je nach Lichteinfall variiert und dem Look eine fast futuristische Anmutung verleiht.
Johann Erhardt und Julius Weissenborn sind die Gründer des Labels Haderlump.
© Haderlump
Haderlump steht für eine neue Generation deutscher Couture, die sich zwischen Nachhaltigkeit, Handwerk und avantgardistischer Formsprache bewegt. Das 2021 in Berlin gegründete Label von Kreativdirektor Johann Ehrhardt und CEO Julius Weißenborn arbeitet überwiegend mit Materialien aus Restbeständen und setzt ausschließlich auf Produktion innerhalb Deutschlands.
Berben sagte nach ihrem Red-Carpet-Auftritt zu Vogue, Haderlump symbolisiere für sie das heutige Berlin. Besonders die ausschließliche Verwendung von Restbeständen habe sie überzeugt: „Gerade in Zeiten wie diesen halte ich es für sehr spannend, wirklich nachhaltig zu arbeiten. Ich bin sowieso immer auf der Suche nach Neuem und Unbekanntem und versuche, das – wenn möglich – auch zu unterstützen. Und sich dann in Cannes zwischen all diesen großen, wunderbaren Namen mit einem eher kleinen, aber sehr originellen Label einzuschmuggeln, macht mir einfach Spaß.“
Der Flagship-Store von Haderlump verbindet Einkaufserlebnis mit Atelier. Angesiedelt in der Besselstraße 14, 10969 Berlin.
© Moritz Hoegemann/Haderlump
Mit dem Auftritt in Cannes gelingt Haderlump damit ein weiterer Schritt in Richtung internationaler Sichtbarkeit. Das Label, das bereits mit aufwendig inszenierten Shows in der Berliner Modeszene Aufmerksamkeit erzeugte und inzwischen auch einen eigenen Store samt Community-Space in der Hauptstadt betreibt, positioniert sich zunehmend als Vertreter einer experimentellen, aber tragbaren Couture aus Deutschland.
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