Aconcagua Radio: Rechtliche Aspekte bei Kindesmissbrauch und Cyberkriminalität

Barbara Peñaloza, Master im Digitalrecht und Spezialistin für Computerrecht, analysierte den Anstieg der Fälle von Grooming und Cybermobbing bei Aconcagua Radio.
Fälle von Online-Belästigung und -Missbrauch geben derzeit erneut Anlass zur Sorge. In Mendoza berichtete eine junge Frau öffentlich, wie sie sechs Jahre lang Opfer eines Erpresserrings war, der ihr Leben zerstörte. Ihre Aussage legte eine Realität offen, die zwar vielen verborgen bleibt, sich aber im ganzen Land wiederholt.
In einem Interview mit Aconcagua Radio erklärte die Anwältin Bárbara Peñaloza, Masterabsolventin im Digitalrecht und Spezialistin für IT-Recht, dass Grooming „neben Cyberbetrug zu den häufigsten Cyberverbrechen zählt“. Sie fügte hinzu: „Das sind sehr komplexe Ermittlungen, aber leider kommen sie häufig vor.“
„Der Schaden, der einem Opfer von sexuellem Missbrauch zugefügt wird, ist immens“, bemerkte sie. „Wir sprechen hier von sexuellem Missbrauch Minderjähriger, selbst wenn dieser in einer virtuellen Umgebung stattfindet. Psychologen und Psychiater sind sich einig, dass die Folgen dieselben sind wie die eines Opfers von sexuellem Missbrauch im realen Leben.“
Peñaloza merkte an, dass die Straftat zwar seit 2013 kodifiziert sei, die Ermittlungen aber heute mit deutlich fortschrittlicheren Instrumenten als früher durchgeführt würden. „Man kann die Ermittlungsmethoden im Bereich Cyberkriminalität vor zehn Jahren nicht mit der heutigen Technologie und Spezialisierung der Justiz vergleichen. Die Verfahren haben sich erheblich verbessert, und in vielen Fällen werden die Verantwortlichen identifiziert und die entsprechenden Strafen verhängt“, erklärte er.
Bezüglich Verurteilungen stellte die Anwältin klar: „Anbahnung sexueller Kontakte zu Minderjährigen ist in der Tat eine Straftat, und es werden Verurteilungen ausgesprochen, auch wenn diese nicht immer öffentlich gemacht werden, da die Urteile nicht öffentlich zugänglich sind.“ Sie betonte jedoch, dass Fortschritte in der Justiz manchmal ans Licht kommen, „wenn Banden, die sich der Herstellung oder dem Verkauf von kinderpornografischem Material widmen, zerschlagen werden.“
Sie erklärte jedoch, dass Cybermobbing keine Straftat, sondern eine Form von Gewalt unter Minderjährigen sei. „Von Grooming spricht man, wenn eine ältere Person einen Minderjährigen zu sexuellen Zwecken kontaktiert. Beim Cybermobbing hingegen sind es Kinder oder Jugendliche, die ein anderes Kind im digitalen Raum angreifen“, präzisierte sie.
Peñaloza betonte, dass die Schwere von Cybermobbing in seiner Dauerhaftigkeit liege. „Früher erlebte ein Betroffener Mobbing in der Schule und fand dann zu Hause oder anderswo Zuflucht. Heute, mit den sozialen Medien, geht die Belästigung rund um die Uhr weiter. Der Schaden, den es anrichtet, ist enorm, obwohl es nicht als Straftat gilt“, bemerkte sie.
Auf die Frage, ob Cybermobbing rechtliche Konsequenzen haben könne, antwortete sie: „Das hängt vom Einzelfall ab: Wenn die Belästigung zu körperlicher Gewalt führt oder mit anderen Formen von Gewalt einhergeht, kann ein strafrechtliches Eingreifen erfolgen.“ Sie betonte jedoch, dass es sich um ein Problem handle, das eher „eine soziale, pädagogische und familiäre Reaktion als eine juristische“ erfordere.
Einer der eindrücklichsten Momente des Interviews war Peñalozas Warnung vor dem Missbrauch des Begriffs „Kinderpornografie“. „Es ist nicht nur falsch, sondern führt auch zu einer erneuten Traumatisierung“, erklärte sie. „Pornografie ist ein Produkt der Erwachsenenwelt, an der Menschen freiwillig teilnehmen. Bei Minderjährigen gibt es keine Einwilligung: Diese Kinder werden getäuscht oder erpresst, solche Inhalte zu erstellen.“
Die Expertin betonte daher, dass man „niemals von Kinderpornografie, sondern immer von Material über sexuellen Kindesmissbrauch sprechen sollte“. Sie schloss: „Auch Grooming ist sexueller Kindesmissbrauch. Es als solchen zu benennen, ist grundlegend, denn die Sprache bestimmt, wie wir diese Formen der Gewalt verstehen und ihnen begegnen.“
Hören Sie sich hier das vollständige Interview an und verfolgen Sie die Radiosendung live unter www.aconcaguaradio.com
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