News: SC Freiburg, Erwin Kostedde, Gregor Ryl

Am Ende war Aston Villa eine Nummer zu groß. Mit 0:3 verlor der SC Freiburg das erste Europa-League-Finale seiner Geschichte. Gegen ein Team von Unai Emery, das in nahezu allen Belangen überlegen war. „Für den Moment spüre ich keine Zufriedenheit“, sagte Julian Schuster hinterher, „wir haben ein Finale verloren, das überwiegt für den Moment und schmerzt sehr.“ Doch so merkwürdig es klingt: Eine nachhaltige Enttäuschung wird es in Freiburg über die Niederlage wohl kaum geben. „Nicht lange“, so lautete die Antwort von Vincenzo Grifo auf die Frage, wie lange es dauern werde, bis er stolz auf die Europapokal-Saison sein könne. Der Grund liegt im Freiburger Understatement: Kaum ein Verein begegnet dem eigenen Erfolg und der eigenen Größe mit einer solchen Demut wie der Sport-Club. Die Großen, so viel ist sicher, das sind immer noch die anderen. Somit stand bereits lange vor Anpfiff für viele fest, dass das Team von Julian Schuster ohnehin eine der größten Geschichten der Vereinshistorie schreiben würde – unabhängig vom Ausgang des Finals. Wer in den letzten Wochen im Breisgau war, konnte das auch spüren. Es klingt nach einer Floskel, doch kein Café-Besuch, fast keine Fahrt mit der Straßenbahn war möglich, ohne dass irgendwo über dieses Finale gesprochen wurde. Da war Ungläubigkeit über das Erreichte, und klar: Hoffnung. Aber eben keine Erwartung. Julian Schuster brachte die Freiburger Gefühle in der Mixed Zone schließlich auf den Punkt: „Auf diese Reise können wir sehr, sehr stolz sein.“
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