Vandalismus in italienischem Touristenort: „Wir würden gerne kommen, haben aber Angst, das Auto zu parken”
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Stefania betreibt mit ihrer Tochter das Rifugio Orto di Donna in den Alpen. Nach einer Vandalismuswelle, bei der 40 Autos beschädigt wurden, bleiben die Besucher aus.
Die Berghütte Orto di Donna liegt im nördlichsten Teil der Apuanischen Alpen. Anfang Juni kam es dort zu einer unschönen Serie von Vandalismusakten: Etwa 300 Wanderer waren auf einem „bewussten Spaziergang”, als sie zurückkamen waren über vierzig entlang der Straße geparkte Autos der Teilnehmer mit Tritten und Kratzern beschädigt worden. Über den Fall berichtete die italienischen Zeitung „Il Dolomiti.”
Nun gibt es ein Nachspiel: Seit diesen Vorfällen ist die Zahl der Besucher im Rifugio dramatisch eingebrochen, wie die Betreiberin Stefania jetzt gegenüber „Il Dolomiti” beklagte. „Die letzten Wochen waren sehr hart. Nach den traurigen Ereignissen Anfang Juni hat die Angst die Oberhand gewonnen und das Val Serenaia leert sich zusehends.”
Der Parkplatz sei leer. „Leute rufen mich an und sagen: ‚Wir würden gerne kommen, haben aber Angst, das Auto zu parken.‘ Von den hundert Menschen, die sonst dort waren, kommen jetzt nur noch zehn.” Stefania, die das Rifugio Orto di Donna gemeinsam mit ihren Töchtern betreibt, hat deshalb einen öffentlichen Appell auf Facebook gestartet.
„Der Rückgang der Besucherzahlen ist für uns – für Rebecca vom Rifugio Donegani Alpi Apuane und Elena vom Rifugio Val Serenaia – dramatisch.“ Sie betont, dass der Vorfall vom 7. Juni eine einmalige Episode gewesen sei und es keinen Grund gebe, anzunehmen, dass sich so etwas regelmäßig wiederhole.
Für Stefania ist die Hütte nicht nur ein Arbeitsplatz, sondern ihr Lebensprojekt. Seit 23 Jahren sieht sie sich als eine Art Wächterin dieser Landschaft. Umso eindringlicher ruft sie nun dazu auf, die Region gerade jetzt zu besuchen. „Uns in diesen Wochen zu besuchen, bedeutet nicht nur, einen Ausflug zu machen, sondern auch, ein starkes Signal zu senden: Die Apuanischen Alpen sind lebendig und einladend“, so die verzweifelte Betreiberin.
Über Ärger in den Bergen klagte gerade erst auch Luigi Mambretti, ein Hüttenbetreiber italienischen Provinz Sondrio. Während eines Unwetters war durch eine von Wanderern offen gelassene Tür Wasser in den Biwakraum des Rifugio eingedrungen.
Für den Betreiber der Schutzhütte ist das eine Katastrophe, wie er auf Facebook schrieb: „Es tut weh, diesen Post schreiben zu müssen. In den vergangenen Tagen hat jemand die Biwakstür offen gelassen. Bei schlechtem Wetter kam Wasser herein und hat das Gipfelbuch komplett ruiniert.“
Vandalismus war auch schon in der letzten Saison ein großes Thema in den Alpen. Renato Costa ist seit 45 Jahren Hüttenwirt des „Rifugio Franco Cavazza al Pisciadù”, einer Alpenvereinshütte der Sektion Bologna des Club Alpino Italiano. Ihm platzte letztes Jahr auf Facebook der Kragen und er beschwerte sich öffentlich über einen Wanderer, der in seiner Almhütte großen Schaden anrichtete.
FOCUS



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